Blog

Kuran

Anmerkung

Nicht ist der Kuran eine ersonnene Geschichte,

 sondern eine Bestätigung dessen, was ihm vorausging (Offenbarte Bücher),

 und eine Erklärung aller Dinge...”

(12. Sure: Yusuf, Ayet 111)

Bereits in islamischer Frühzeit, wahrscheinlich schon zu Lebzeiten des Rassulullahs (Allahsgesandter), nämlich spätestens zum Zeitpunkt des Übertritts der ersten Nicht-Araber zum Islam, dürfte der Wunsch wachgeworden sein, die Bedeutung des Allahswortes in den jeweiligen Muttersprache erklärt zu bekommen. Mit Sicherheit genau so alt ist aber auch die Warnung, eine wie immer geartete Übersetzung nicht als Kuran zu betrachten und zu behandeln. Kuran ist allein der geoffenbarte arabische Wortlaut. Selbst eine Wiedergabe in arabischer Sprache mit anderen Worten ist nicht mehr Kuran, sondern bestenfallst der Versuch eine Interpretation. Man darf hierin keinesfalls starrsinniges Beharren auf einer althergebrachten Anschauung erblicken. Vielmehr bringt dieser Grundsatz die einzig wirksame Methode, die Originalität des Allahswortes über Zeiten und Zeitgeistströmungen hinweg zu bewahren.

Wer je übersetzerisch tätig gewesen ist, weiß, daß jegliche Übertragung eines Textes - auch des leichtesten - in eine andere Sprache letztlich so gut wie nie eine genaue Wiedergabe, sondern immer nur der Versuch sein kann, die Aussage bei geringstmöglichem Verlust an Ausdrucks- und auch Stilmitteln in die Zielsprache zu transportieren. Schwierigkeiten zeigen sich selbst bei Adaptionen aus einem Dialekt in den anderen, beim Übersetzen zwischen Sprachen der gleichen Sprachgruppe und natürlich erst recht bei der Konfrontation verschiedener Sprachgruppen. Synonyme, sinnrelevante Satzkonstruktionen und stilistische Feinheiten können immer nur in Varianten Berücksichtigung finden, während alle anderen Sinninhalte verlorengehen. So ist Übersetzung stets nur Deutung.

Eine weitere Schwierigkeit: im geschichtlichen Ablauf kommt es - insbesondere über längere Zeiträume oder in Zeiten gesellschaftlichen Umbruchs- zum Wandel des Sprachverständnisses wie zu Sinnveränderungen auch bei sonst in Laut und Schrift konstant gebliebenen Wörtern. Ein historischer Text muss also von Zeit zu Zeit neu übersetzt werden, wenn er jeweils verständlich bleiben bzw. neu verständlich gemacht werden soll. Da versteht es sich ganz von selbst, welche Bedeutung der sorgfältigen Bewahrung des Urtextes zukommt. Wie glücklich wären wir, besäßen wir heute noch die ursprünglichen Texte von Thora, Psalter und Evangelien! Da diese verlorengegangen sind, ist - was ihre Inhalte angeht- für uns Muslime nur glaubhaft, was uns der Gnadenreiche Kuran aus ihnen berichtet:

Wahrlich, in ihren Geschichten ist eine Lehre für die Verständigen. Nicht ist er (der Kuran) eine ersonnene Geschichte, sondern eine Bestätigung dessen, was ihm (in Gestalt von Thora, Psalter und Evangelium) vorausging, und eine Erklärung aller Dinge und eine Leitung und Barmherzigkeit für ein gläubiges Volk” (12, 111)

 

© 2010 www.wahreglaube.de

[WahreGlaube.de] [Entstehung Islams Teil 1] [Kuran] [Ta-Ha] [Beyyine] [Sure Duha] [Ichlas] [Esma´ül Hüsna] [Frau im Islam] [Integration] [Vokabel & Wörterbuch] [ilahi & Musiki] [Links] [Kontakt]