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Entstehung Islams Teil 1

Der Rassulallah und der Islam

Die Entstehung Teil 1

 

Einleitung:

Groß ist die Zahl derer, die im Laufe der Geschichte ihr Leben der gesellschaftlichen und religiösen Neugestaltung ihrer Völker geweit haben; wir finden sie zu allen Zeiten und in allen Ländern. In Indien wurden die Veden geoffenbart, wo es auch den großen Buddha gibt; China hat seinen Kung-fu-tse; den Persen wurde der Zend-Avesta überliefert. Aus Babylonien kam einer der größten Reformatoren, Abraham (nicht zu vergessen seine Vorfahren Henoch und Noah, von denen nur unwesentliche Überlieferungen auf uns gekommen sind). Das jüdische Volk darf in dieser Hinsicht auf eine lange Reihe von Neuerern stolz sein: Moses, Samuel, David, Salomon, Jesus - unter anderen.

Zwei Punkte müssen festgehalten werden: im allgemeinen haben sich diese Reformatoren auf eine göttliche Sendung berufen, und die Heiligen Bücher, die Lebensregeln, die sie ihren Völkern gegeben haben, werden als Eingebungen, als Offenbarungen betrachtet, die von Gott dem Herrn selbst gegeben wurden. Auf der anderen Seite haben Bruderkriege mit Blutbädern und Zerstärungen die mehr oder minder vollkommene Vernichtung dieser ilahie (göttlichen) Botschaften verursacht. So gibt es ein Buch, das Henoch zugeschrieben wird (dem Idris wie im Kuran genannt wird), laut Bibel die siebente Generation nach Adam. Auszüge daraus sind im Brief des Judas (Neues Testament) enthalten. Darin wird die Ankunft des letzten Propheten vorhergesagt. Völlig anachronistisch wird darin jedoch auch von Noah gesprochen. Die 250 Seiten dieses Buches beschreiben Träume mehr mythologischer als geistiger Natur. Was das Buch des Ibrahim (Abraham) und Nuch (Noah) angeht, so sind sie nur dem Namen nach bekannt. Daß die Bücher Musas (Mosis) wiederholt zerstört und nur teilweise wieder neu zusammengestellt wurden, weiss man ebenfalls.

Aus den ältesten Spuren des Homosapiens kann festgestellt werden, daß der Mensch von jeher Kenntnis vom Dasein eines höchsten Wesens, des Herrn und Schöpfers aller Dinge, gehabt hat. Die Beweisgründe mögen verschieden sein, aber die Menschen aller Zeiten haben gleichermassen versucht, Zeugnis abzulegen für ihren Gehorsam gegen Allah (Gott) und für ihre Bereitwilligkeit, ihre Pflicht ihm gegenüber zu erfüllen. Außerdem hat man stets die unmittelbare Verbundenheit einer sehr kleinen Zahl von besonders edlen und erhabenen Menschen mit diesem allgegenwärtigen und unsichtbaren Gott für möglich gehalten, seien diese Menschen nun als Inkarnationen der Gottheit aufgefasst oder nur als betraut mit dem Auftrage, ihre Völker entsprechend den ilahie (göttlichen) Botschaften, die ihnen durch Erleuchtung oder Offenbarung zuteil wurden,  zu führen.

Jedes System metaphysischen Denkens entwickelt seine eigene Terminologie. Im Laufe der Zeit erhalten diese Termini dan eine Bedeutung, die kaum noch dem Sinngehalt des Wortes entspricht, und die wörtliche Übersetzung kann nicht einmal entfernt der Aufgabe gerecht werden. Aber was soll man tun? Es gibt keine andere Methode als die der Übersetzung, um Menschen eine bestimmten Sprache die Gedanken Anderssprachiger verständlich zu machen. Nichtmuslimische Leser sollten sich diese echte, aber unabänderliche Schwierigkeit sets vergegenwärtigen.

Wir stehen am Ende des 6. Jahrhunderts nach Christi Geburt. Zu dieser Zeit gibt es Religionen, die in durchaus gutem Glauben erklären, nur bestimmten Rassen, bestimmten Menschengruppen vorbehalten zu sein, und die die übrige Menschheit hilflos lassen gegeüber den Leiden, von denen sie heimgesucht wird. Andere Religionen wieder berufen sich mit Bestimmtheit auf ihre Allgemeingültigkeit, aber sie predigen, daß das Heil des Menschen im Verzicht auf die Welt liege, und das macht aus ihnen eine Art Religion der Auserwählten, die damit nur für eine beschränkte Anzahl von Menschen annehmbar ist. In anderen Ländern endlich bringt es der Unglaube, der Materialismus, das Fehlen jeglicher Religion mit sich, daß die Menschen nur an ihr Vergnügen denken, ohne sich Rechenschaft über die rechte der anderen zu abzulegen.

Arabien:

Auf der Karte der “größeren” Hemisphäre (die mehr Erde als Meer aufweist, der “Alten Welt” Europa-Asien-Afrika) liegt die arabische Halbinsel im Mittelpunkt. Als ungeheuerer Wüstenkontinent hatte sie als Bevölkerung zugleich Seßhafte und Nomaden, oft Angehörige der gleichen Stämme, die die verwandtschaftlichen Bindungen Pflegten und doch nach ganz verschiedener Weise lebten. Die Möglichkeiten für den Unterhalt waren sehr bescheiden wegen des Raumes, den die Wüste einnahm; Der Handel war wichtiger als Landwirtschaft oder Industrie; daher reiste man viel, auch außerhalb Arabiens, so nach Syrien, Ägypten, Abessinien, Persien und Indien.

Unser Kenntnisse über die Lihyâniten Zentral-Arabiens sind nicht allzu groß; der Jemen jedoch wurde mit vollem Recht das “glückliche Arabien” (Arabia Felix) genannt, nachdem die blühenden Kulturen von Saba und Ma´in bekannt geworden waren, die noch vor der Gründung Roms bestanden. Doch wurde der Jemen -nachdem es ihm gelungen war, in späterer Zeit den Byzantinern und auch den Persern Land zu entreißen - Selbst in unzählige Fürstentümer zerspalten, so daß er am Ende des 6. Jahrhunderts n.Chr. der Erorberung durch die persischen Sassaniden anheimfiel. Diesen gehörte auch Ost-Arabien; aber das politisch-soziale Durcheinander, das in Ktesiphon (Madâin) herrschte, übertrug sich auf alle Provinzen. Die Lage im Norden Arabiens, der von den Byzantinern beherrscht wurde, unterschied sich nicht wesentlich von der in den persischen Besitzungen. Nur Arabiens Mitte blieb von der demoralisierenden Fremdherrschaft bewahrt.

Im Mittelpunkt dieses Gebietes war das Dreieck Mekka-Tâif-Medina in gewisser Weise von der Vorsehung auserwählt: Mekka, wüst und von jeder Landwirtschaft entblößt, repräsentierte den geographischen Charakter Afrikas und seiner brennenden Sahara; kaum 60 km davon entfernt, verkörperte Tâif Europa und seinen Frost; der äußerste Norden, Medina, war nicht weniger fruchtbar als die mildesten asiatischen Bezirke in Syrien oder anderswo. Wenn das Klima irgendwelchen Einfluß auf den menschlichen Charakter hat, dann war diese Dreieck im Mettelpunkt der “größeren Hemisphäre” ein Abbild des ganzen Erdballs wie kein anderes Gebiet irgendwo auf Erden - eine Miniatur-Welt in ihrer ganzen Mannigfaltigkeit. Und als Nachkomme Abrahams, der aus Babylonien gekommen war, und der Ägypterin Hagar war Muhammed ein Mekkaner und hatte zugleich Oheime mütterlicherseits in Medine und Tâif.

Religion:

Religiös betrachtet, trieb Arabien Götzendienst; diejenigen, die höhere Religionen wie das Christentum, den Mazdakismus usw. angenommen hatten, waren selten. Die Mekkaner hatten die Vorstellung von einem einzigen Gott, nahmen jedoch Götzen als Vermittler Ihm gegenüber in Anspruch, beteten sie an und glaubten merkwürdigerweise weder an eine Auferstehung noch an ein Leben im Jenseits. Sie hatten die Pilgerfahrt zum Hause des einen Gottes, der Kabe, beibehalten und führten diesen Brauch auf ihren Vorfahren Ibrahim (Abraham) zurück. In den zweitausend Jahren jedoch, die sie von Abraham trennten, war die Pilgerfahrt zu einem kaufmännischen Jahrmarkt, zu einem schmutzigen Götzendienst herabgesunken, ohne im mindesten das soziale wie das geistige Verhalten des einzelnen zu beeinflussen.

Gesellschaft:

Von den drei Eckpunkten des genannten Dreiecks war die Stadt Mekka, ungeachtet ihrer Armut an natürlichen Hilfsquellen, am weitesten entwickelt: sie allein begründete eine Stadtstaat, der von einem Rat von zehn erblichen Vorstehern geleitet wurde. Die Vollmachten waren verteilt: es gab einen Mnister für auswärtige Angelegenheiten, einen Tempelhüter-Minister, einen Minister für Orakel, einen anderen als Schatzmeister für die Opfergaben im Tempel, einen für die Festsetzung der Gebühren, die bei Schadensfällen zu entrichten waren. Wieder ein anderer war Wächter des städtischen Rathauses oder des Parlaments, das die Entscheidungen des Ministerrates genehmigte, andere regelten militärische Angelegenheiten, wie die Bewachung der Fahne, die Führung des Reiterheeres usw. Als gute Karawanenführer hatten es die Einwohner von Mekka verstanden, sich von den benachbarten Imperien (Iran, Byzanz, Abessinien - ohne von den Stämmen zu reden, deren Gebiete sie durchqueren mußten) die Genehmigung zu verschaffen, in ihre Länder zu reisen und sich des Innen- und Außenhandels dort anzunehmen. Außerdem stellten sie den Gleitschutz für die Fremden, die durch die Gebiete verbündeter Stämme innerhalb Arabiens reisten (vgl. Ibn Habib, Muhabbar). Ohne sich viel mit der Abfassung von Schriftstücken abzugeben, interessierten sie sich weithin für die Künste und Wissenschaften: für Dichtkunst, Redekunst und Volkserzählungen. Die Frau wurde im allgemeinen gut gehalten: sie hatte das Recht auf eigenen Besitz, konnte ihre Zustimmung zur Heirat geben, konnte auch anläßlich ihrer Heirat einen Vertrag über das Recht der Scheidung abschließen; sie verheiratete sich wieder nach der Scheidung oder nach dem Tode ihres Gatten usw. Es auch den Brauch neugeborene Mädchen lebendig zu begraben.

Geburt des Propheten:

In dieser Umgebung wurde Muhammed im Jahre 571. Sein Vater Abdallah starb einige Wochen vor seinem Geburt, und sein Großvater nahm sich seiner an. Nach der herrschenden Sitte übergab seine Mutter den Säugling einer Beduinen-Amme, bei der er mehrere Jahre in der Wüste verbrachte. Die Biographen weisen einstimmig darauf hin, daß er nur an der einen Brust seiner Amme saugte und die andere stets seinem Milchbruder überließ. Kaum war er nach Hause zurückgekehrt, als ihn seine Mutter, Amine, zu seinem Onkeln mütterlicherseits nach Medina mitnahm, um das Grab Abdullahs (ihr Eheman) zu besuchen. Auf dem Heimweg ist sie dem Jenseits übergegangen (Allahs Rachmet auf sie). Kurze Zeit später starb auch sein Großvater. Nachdem Muhammed im Alter von acht Jahren schon so viel Kummer kennengelernt hatte, lebte er nun bei seinem Onkel Ebu Talib. Leider konnte dieser Mann die guten Eigenschaften seines Herzens nicht recht entfalten, da er für eine zahlreiche Familienangehörigen sorgen mußte und nur über geringe Geldmittel verfügte.

So mußte der junge Muhammed s.a.w. sogleich für seinen Lebensunterhalt arbeiten; er weidete die Herden einiger Nachbarn. Als sein Onkel eine Karawane nach Syrien führte, begleitete ihn der Zwölfjährige. Andere Reisen Ebu Talibs werden nicht erwähnt; nach verschiedenen Angaben unterhielt er einen kleinen Laden in Mekka. Es ist möglich, daß Muhammed s.a.w. seinem Onkel auch bei der Führung dieses Geschäftes behilflich war.

Muhammed s.a.w. war nun 25 Jahre alt geworden, und seine Ehrenhaftigkeit war allgemein bekannt. Eine reiche und zugleich sehr hübsche Witwe aus Mekka, Hatidsche (r.a.), vertraute ihm ihre Waren an, die er in Syrien verkaufen sollte. Sie war begeistert von den erzielten außerordentlichen Gewinnen und bezaubert von den Reizen Muhammeds s.a.w., so daß sie um ihn warb (nach einigen Berichten war sie 40 Jahre alt) und ihn heiratete, um ein glückliches Eheleben zu führen. Später besuchte Muhammed manchmal die Messe von Hubascha (im Jemen) und zumindest einmal das Land der Abdal-Qais (Bahrain-Oman), wie ibn Hanbel erwähnt. Es besteht Grund zu der Annahme, daß es sich hier um den großen Markt von Daba handelt, wohin sich - nach ibn el-Kalbi (vgl. Ibn Habib, Muhabbar)- die Kaufleute aus China, Hind (Indien), Sind, Persien, vom Osten und vom Westen, über Land wie übers Meer reisend, sich jedes Jahr begaben. Es wird auch von einem gewissen Saib aus Mekka berichtet, der im Handel der Teilhaber Muhammeds (s.a.w.) war; die beiden reisten abwechselnd, um ihre Waren im Ausland zu verkaufen. Diese Saib hat erzählt: “Wenn Muhammed (s.a.w.) mit der Karawane zurückkehrt, ging er nicht nach Hause, bevor er mit mir über unsere Geschäfte abgerechnet hatte; wenn ich aber nach Mekka zurückkam, fragte er mich einzig und allein nach meiner Gesundheit.”

Ein Orden der Ritterlichkeit:

Fremde Händler brachten oft ihre Waren zum Verkauf nach Mekka. Eines Tages verfaßte ein gewisser Jemenite (vom Stamme Sube´id) ein satirisches Gedicht gegen die Mekkaner, weil einiger von ihnen ihm den Kaufpreis für seine verkauften Waren nicht bezahlt hatten und niemand ihm zu Hilfe kam. Sube´ir, der Onkel des Propheten und Älteste seines Stammes, empfand lebhafte Gewissensbisse bei dieser berechtigten Satire. Im Verein mit einigen anderen Sippenhäuptern aus der Stadt wurde eine Versammlung von Freiwilligen zusammengefunden, um einen ritterlichen Orden zu gründen (er wurde hilf al-fudûl genannt), der jeden Unterdrückten in der Stadt, sei er Mitbürger oder Fremder, helfen sollte. Muhammed schloß sich ihm als junger Mann mit Begeisterung an, und er sagte stäter oft: “Ich habe mich daran beteiligt, und ich bin nicht bereit, auf diese Ehre zu verzichten, selbst nicht für eine ganze Kamelherde; im Gegenteil, wenn einer auch heute noch mich im Namen dieser Verpflichtung zu sich riefe, ich würde ihm zu Hilfe eilen.”

Aneignung religiösen Wissens:

Über Muhammeds religiöse Übungen bis zum Alter von 35 Jahren ist nicht viel bekannt, ausser dass er, wie seine Biographen und Mitmenschen versichern, niemals Götzenbilder angebetet haben soll. Es sei daran erinnert, dass es Mekkaner gab, die ebenso handelten und die sich gegen das Im Irrwahn lebende Heidentum auflehnten, obgleich sie vollkommen der Kabe treu blieben, dem Hause, das Ibrahim (Abraham) dem Allah geweiht hatte.

Etwa um das Jahr 605 n. Chr. fingen die Vorhänge Feuer, die das Äussere der Kabe bedeckten; das so versehrte Gebäude konnte den regnerischen Stürmen, die folgten, nicht standhalten - und alles ward zerstört. Der Tempel wurde bald wieder aufgebaut; die Bürger spendeten dafür, ein jeder nach seinem Einkommen, und sie waren sorgfältig darauf bedacht, dass nur ehrlich erworbenes Geld dafür angenommen wurde. Jedermann arbeitete als Maurer mit, auch Muhammed (s.a.w.), der sich beim Steinschleppen die Schultern verletzte. Als Ausgangspunkt der rituellen Umschreitung um die Kabe befand sich aussen am Gebäude ein schwarzer Stein, der wahrscheinlich noch aus der Zeit Ibrahims stammt. Als es darum ging, diesen ehrwürdigen Stein wieder an seinem Platz zu bringen, erhob sich eine grosse Debatte unter den Bürgern: wem sollte diese Ehre zuteil werden? Es war soweit gekommen, dass fast die Schwerter gezogen worden wären, als jemand vorschlug, den Schiedsspruch der Vorsehung zu überlassen: der erste, der noch von ausgewählter Richtung hinzukommt, soll entscheiden. In diesem Augenblick erschien Muhammed (s.a.w.), um wie gewöhnlich dort zu arbeiten. Er war bekannt unter dem Namen “Emin” (Der Zuverlässige, Vertrauenswürdige), und wurde daher ohne Zögern als Schiedsrichter angenommen. Muhammed Mustafa (s.a.w.) löste dieses Problem, indem er um ein Tuch bat und bereitete es auf dem Boden aus, stellte den Stein drauf, rief die Oberhäupter aller Stämme der Stadt zusammen und forderte sie auf, den Stoff mit dem Stein hochzuheben und zu seiner Bestimmungsort an der Mauer; er selbst setzte dann den Stein in die vorgesehene Ecke - jeder war zufrieden und glücklich.

Seit diesem Augenblick gab sich Muhammed (s.a.w.) geistigen Betrachtungen hin. Er begann, sich während des ganzen Fastenmonat Ramadan in eine Höhle des Dschebel-i Nuur (Berg des Nuur= Lichtes) zurückzuziehen. Die Höhle hiess Hira (Grotte des Forschens); dort betete er, meditierte und teilte seine knappen Vorräte mit den Reisenden, die vorbeizogen.

Rassulullah2

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